Dem Tourismus auf der Spur

29.08.2018

RUN e.V. auf touristischen Pfaden

Die Tourismuskoordinatorin am Kummerower See Angelika Groh hat die Mitgliederversammlung von RUN e.V., die diesmal im Zeichen des Tourismus stehen sollte, einfach als Tour durch die Region geplant. Diese neue Idee wurde von den Mitgliedern enthusiastisch aufgenommen, führte sie doch zu hochmotivierten Unternehmern, die zum Teil ganz frisch in der Region sind.

Start war beim neuen Hafenmeister von Kummerow Daniel Zwigart. Der gebürtige Münchner hat sich in die Region verliebt und nicht lange gezögert: Seit Juni bewirtschaftet er das Hafengelände in Kummerow mit dem kleinen Campingplatz und betreibt den „Hafenkieker“, der jetzt in frischem Hellblau erstrahlt. Zweites Standbein von Daniel Zwiegart ist der Verleih von modernen und komfortablen Hausbooten. Die Saison lief für ihn sehr gut an, schätzte Herr Zwigart ein, und stellte für den Winter und den kommenden Sommer viele weitere Ideen in Aussicht.

Dann ging es auf große Fahrt mit der „Forelle“ und Kapitän „Moses“ Schott über den See nach Verchen. Auf der Fahrt erläuterte Angelika Groh sehr anschaulich die Bedeutung des Tourismus für die Wertschöpfung auf, in und um den Kummerower See. Sie berichtete u.a. ganz aktuell über den anstehenden „Schlösserherbst“, zwei Wochen im Oktober, in denen die Gutshäuser ihre Türen für Kunst, Kochen und Tanz öffnen werden. Urlauber und Bewohner können so in einer spannenden Zeitreise diese einmaligen Häuser und deren Besitzer kennen lernen. „Solche Aktionen tragen zur dringend notwendigen Belebung der Nachsaison bei“, betonte Frau Groh. Diese Einschätzung bestätigt auch Graf Hahn, dessen Ferienwohnungen auf der Wasserburg Liepen im Sommer komplett ausgebucht waren, bei dem es jetzt im Herbst aber noch Lücken in der Belegung gibt.

Frau Kamila Soesemann blickt ähnlich positiv auf diesen Sommer zurück. Erst im Sommer zog sie mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern in die Mecklenburgische Schweiz. Sie kauften das Gutshaus Pohnstorf und vermieten dies an Feriengäste. Herzensangelegenheit und Profession ist bei Familie Sösemann die Elektromobilität. Schon nach vier Wochen standen acht(!) neue E-Bikes am Kummerower See zum Verleih zur Verfügung, im nächsten Jahr kommen weitere 40 dazu. Diese können dann beliebig ausgeliehen und an festen Punkten auch unterwegs abgegeben werden. Ein Shuttle bringt sie dann immer zu den Stationen zurück. Gebucht werden können sie schon jetzt online auf der Seite 1000seen.de/kummerowersee.

Das ausgezeichnete Wetter brachte auch dem Schloss Kummerow viele Gäste. „Die meisten von ihnen kommen auf Empfehlung bzw. meldeten sich für Führungen an“, schätzte Juliane Henke, die Schlossmanagerin, ein. Sie berichtet weiter, dass die Verpflegung der Urlauber vor Ort problematisch sei. Mit dem neuen Betreiber am Hafen Kummerow gibt es nun eine stabile Basisversorgung, aber es fehlt an echter Gastronomie.

In Verchen angekommen setzten die RUN-Mitglieder mit der Fähre des Landkreises über die Peene und spazierten zum Aussichtsturm im Großen Rosin. Wie sich herausstellte, waren erst wenige der Teilnehmer schon einmal an diesem außergewöhnlichen Niedermoorgebiet gewesen. Die überraschend andere Vegetation, die vielen Wasservögel beeindruckten alle. Dass diese Landschaft ein absolutes Alleinstellungsmerkmal für unsere Region ist, war spätestens jetzt jedem klar.

Zurück an der Peene stellte sich der dort sehr aktive Unternehmer Ingo Ernst vor. Ernst betreibt die Naturparkinfo in Verchen, verleiht Kanus und Kajaks und bietet Solarbootsafaris zu Bibern an. „Die Moorwoche hat zu einer sehr guten Auslastung der Vorsaison beigetragen“, sagte Ingo Ernst. „Im Sommer war ich aufgrund des langanhaltenden schönen Wetters total ausgebucht und erst jetzt im Spätsommer wird es langsam ruhiger.“  Probleme gibt es mit der mangelnden Kapazität des Hafens. Im Sommer stieß der Hafen mit seiner begrenzten Kapazität immer wieder an seine Grenzen. „Wenn alles voll ist, liegen die Boote im Schilf und an Plätzen, wo sie nicht hingehören“, mahnte er. Der hier sichtbare Handlungsbedarf wird die Verantwortlichen in Zukunft verstärkt beschäftigen.

Den Arbeitskräftemangel in der Region beklagte neben Ingo Ernst auch Kapitän Schott auf der Rückfahrt. Es fehlt am jungen Nachwuchs! Die Saison auf dem Fahrgastschiff „Forelle“ verlief sehr gut, freute sich Schott. Es gab deutliche Zuwächse zum Vorjahr. Gerade Charterfahrten und Highlights wie die Vollmondlesungen mit Frau Dr. Dinse, Leiterin der Stadtbibliothek Malchin, werden sehr gut angenommen. „Die Region hat Potential, wir sind gerne hier“, sagte Schott, der als Eigentümer der Blau-Weißen Flotte viele Schiffe auf vielen Routen in der Mecklenburgischen Seenplatte fahren lässt.  „Die Einstellung der Tourismuskoordinatorin ist ein Gewinn für die Region geworden. Wir hoffen sehr, dass die Stelle langfristig finanziert wird!“, betonten Schott und Ernst gleichermaßen.

In Kummerow angekommen nutzen alle die Gelegenheit, sich die Hausboote von Herrn Zwigart noch genau anzusehen oder im Hafenkieker noch einen „Absacker“ zu trinken.

Der direkte Kontakt vor Ort mit den touristischen Protagonisten erwies sich als gute Idee, um das Thema Tourismus am Kummerower See besser zu verstehen und zu spüren, dass es mit großen Schritten voran geht. Ganz deutlich wurde, wie wichtig es ist, die Protagonisten um den See vor Ort mit ihren Angeboten kennen zulernen und zu erleben. Das Konzept dieser Mitgliederversammlung von RUN e.V. könnte so Schule machen.

 

Foto: Kummerower See

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51. Mitglieder-Treffen, RUN e.V. auf touristischen Pfaden.